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AGAPLESION DIAKONIEKRANKENHAUS SEEHAUSEN
Dr. Albert Steinert Platz 1
39615 Seehausen

(039386) 6 - 0

(039386) 6 - 267

demenz.dks@agaplesion.de

Ihre Ansprechpartnerinnen
 Dipl. med. Sylke Raboldt-Werthe

Dipl. med. Sylke Raboldt-Werthe

Teamchefärztin

Anästhesie/ITS

 Nicole Hinkelmann

Nicole Hinkelmann

Pflegedienstleitung

Sensibler und beschützender Umgang mit demenziell erkrankten Menschen während eines Krankenhausaufenthalts

Wie es in der „Welt“ der Demenzkranken aussieht, vermag sich kaum jemand vorzustellen. Wir kognitiv Gesunden betrachten und empfinden das Verhalten dieser Menschen meist als seltsam und störend im Ablauf unseres Alltagsgeschehens. Was passiert, wenn Demenzerkrankte plötzlich ihre vertraute Umgebung verlassen müssen, wenn sie z. B. wegen einer Erkrankung in stationäre Behandlung müssen? Sie reagieren oft mit Angst und Stress, sind verwirrt, laut und unruhig. Das wollen wir ändern. Wir nehmen die Demenzerkrankten während ihres stationären Aufenthaltes an die Hand und begleiten sie. Da die personellen Ressourcen in einer Klinik jedoch begrenzt sind, erhalten wir Unterstützung durch ehrenamtliche Demenzbegleiter:innen.

   
Unsere Ideen – unsere Ziele

  • Ausbildung einer Pflegeexpert:in für Menschen mit Demenz
  • ständige Wissensvermittlung an die Mitarbeiter:innen
  • Einrichtung eines Zimmers auf jeder Station, das die Bedürfnisse demenziell Erkrankter besser berücksichtigen lässt
  • Unterstützung durch ehrenamtliche Demenzbegleiter:innen
  • Anregen ohne Aufzuregen

Mitgetragen wird die Initiative „Demenzsensibles Krankenhaus“ auch durch die Stadt Seehausen und die Verbandsgemeinde. Viele praktische Tipps für das Zusammenleben enthält der „Leitfaden für Angehörige von Menschen mit Demenz in der häuslichen Umgebung“. Herausgeber ist die Deutsche Seniorenstift Gesellschaft (DSG).

Hier finden Sie eine Zusammenstellung von Filmen und Literatur zum Thema Demenz.

 

Demenzsensibles Krankenhaus

Pflegeexperten für Menschen mit Demenz

Victoria Frommke, Krankenschwester auf der Chirurgischen Station, und Silvia Meier, Krankenschwester auf einer Internistischen Station, haben erfolgreich ihre Ausbildung zur Pflegeexpertin für Menschen mit Demenz beendet. Diese Ausbildung ermöglicht es ihnen unter anderem, Konzepte zur Verbesserung der Versorgungssituation von demenziell erkrankten Menschen zu entwickeln, Angehörige Betroffener zu beraten und zu unterstützen und auch Mitarbeiter:innen zu schulen.


Demenz-Zimmer

Um Demenzerkrankten den stationären Aufenthalt etwas leichter zu gestalten, ist bzw. wird auf jeder Station ein spezielles Demenz-Zimmer eingerichtet. Dieses vermittelt statt der sterilen Krankenhausatmosphäre eine wohnliche Umgebung und soll dem Aufenthalt in unserem Haus etwas „Verwirrung“ nehmen. Dabei helfen z. B. Familienfotos an den Wänden, farbige Wände mit Wandtatoos, wohnliche Möbel und Accessoires. Auch stehen viele Untensilien zur Beschäftigung zur Verfügung.

Rooming-in

Sie haben Bedenken, dass Ihr Angehörige:r nicht allein in einer fremden Umgebung übernachten kann?

Besteht aus medizinischer Sicht die Notwendigkeit der Aufnahme einer Begleitperson, so kann bereits vor der stationären Einweisung über den Hausarzt bei der Krankenkasse ein Antrag zur Kostenübernahme gestellt werden. Bei einer Notfalleinweisung übernehmen die Ärzte im Krankenhaus die Antragstellung. So ist sichergestellt, dass eine Vertrauensperson im selben Zimmer wie der Demenzerkrankte übernachten kann.

 

Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus

Betreuende Angehörige kennen sich am besten aus in der täglichen Pflege und Betreuung des demenzkranken Familienmitgliedes. Diese Kenntnisse helfen Ärzt:innen und Pflegepersonal, dem Demenzkranken besser gerecht zu werden. Um die Behandlung und Pflege an die Bedürfnisse eines demenzkranken Menschen anpassen zu können, benötigen wir Ihre Mithilfe. Der Klinikaufenthalt kann erfolgreich verlaufen, wenn alle Beteiligten eng zusammenarbeiten, sich gegenseitig informieren und klare Abmachungen über die Aufgabenteilung treffen.


Den Aufenthalt mitgestalten

Verleihen Sie Ihrem Angehörigen zusätzliche Sicherheit, indem Sie im Krankenzimmer eine angenehme Atmosphäre schaffen:

  • Bringen Sie Dinge mit, womit sich die demenzkranke Person beschäftigen kann.
  • Stellen Sie persönliche Gegenstände, wie eine Fotografie der Familie, neben das Bett oder hängen Sie ein Foto an die Wand.
  • Schaffen Sie Orientierung, z. B. mit einem Wecker.
  • Sprechen Sie die Besuche mit anderen Familienangehörigen oder Bekannten ab, damit nicht mehr als zwei Besucher:innen am Krankenbett sind.

Aktive Unterstützung

Ihre Anwesenheit ist für den Demenzkranken, aber auch für das Pflegepersonal, wichtig und verleiht Sicherheit.

  • Die Mahlzeiten sind oft schwierige Momente, das Pflegepersonal ist dann besonders beschäftigt. Sollte die Nahrungsaufnahme für den Demenzkranken zum Problem werden, helfen Sie doch mit bei der Anrichtung oder Verabreichung der Mahlzeit.
  • Begleiten Sie die demenzkranke Person bei Untersuchungen oder Therapien.
  • Leisten Sie „Übersetzungsarbeit“, z. B. indem Sie der demenzkranken Person verständlich machen, weshalb etwas gemacht wird. Oder indem Sie dem Pflegepersonal Äußerungen und Reaktionen der Patient:in  erklären.
  • Machen Sie, sofern möglich, gemeinsame Spaziergänge.


Informationsbogen zur Aufnahme

Ein Informationsbogen hilft dem Pflegepersonal, sich umfassend über den Patienten zu informieren. Darin sind wichtige Angaben zur demenzkranken Person enthalten, wie momentane Lebensumstände, Vorlieben und Abneigungen, Gewohnheiten, Medikamente etc.

Bitte füllen Sie den Informationsbogen aus und bringen ihn zur stationären Aufnahme dann mit. Hier können Sie den Bogen herunterladen und ausdrucken.

Was muss ich zu Hause organisieren? Habe ich an alles gedacht? Eine Checkliste hilft Ihnen bei den Vorbereitungen zu Hause.

Die notwendige intensive Fürsorge demenziell Erkrankter erfordert viel Zeit, die den Pflegekräften nicht immer zur Verfügung steht. Seit einiger Zeit erhalten wir bei der Begleitung und Beschäftigung von Demenzkranken Unterstützung durch ehrenamtliche Demenzbegleiter:innen. Diese werden vorab auf ihre Aufgaben vorbereitet und geschult.

Durch die ehrenamtliche Begleitung werden nicht nur das Klinikpersonal, sondern auch die Angehörigen der Patient:innen entlastet. Dabei geht es ausschließlich um die Betreuung bzw. Beschäftigung der Erkrankten, um eine Begleitung im Hause oder einfach nur darum, das Gefühl zu vermitteln, nicht allein zu sein.

Wollen auch Sie etwas von Ihrer Zeit schenken und sich ehrenamtlich engagieren? Dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

Kontakt

Diana Scholz
Öffentlichkeisarbeits- beauftragte
T (039386) 6 - 231
demenz@dkhseehausen.de

Bis zum Jahresende 2016 sollten in ganz Deutschland bis zu 500 „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ entstehen. Ziel des Bundesmodellprogramms ist es, Demenzerkrankten und ihren Angehörigen direkt in ihrem Wohnumfeld die bestmögliche Unterstützung zu bieten. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert Projekte für jeweils zwei Jahre. Unser Krankenhaus hat sich um diese Förderung bemüht und ist seit dem 01.09.2016 als

Lokale Allianz für Menschen mit Demenz, Ortsgruppe Seehausen

tätig. Dabei steht die Netzwerkarbeit im Vordergrund. Bislang arbeiten folgende Partner:innen in der Ortsgruppe Seehausen zusammen:

  • AGAPLESION DIAKONIEKRANKENHAUS SEEHAUSEN
  • Altmärkische Bürgerstiftung Hansestadt Stendal
  • BIS Bürgerinitiative Stendal e. V.
  • Der Paritätische LSA Regionalstelle Nord
  • Diakonieverein Bismark e. V. „Haus der Sinne“
  • DRK Altenpflegeheim „Am Kaland“ Seehausen
  • DRK Kreisverband Östliche Altmark
  • Ev. Kirchenkreis Stendal – Ev. Pfarramt Seehausen
  • Flechtwerk Demenz Hochschule Magdeburg-Stendal
  • Hansestadt Seehausen (Altmark)
  • Lewida – Wohnpark „Am Camps“ Havelberg
  • Nachbarschaftshilfe „Miteinander – Füreinander“ Hansestadt Werben
  • PflegeTeam Altmark Osterburg
  • Seniorentagespflege 
  • „Hoffnung“ Osterburg/OT Dobbrun
  • Tagespflege „Am Aland“ Seehausen
  • Winckelmann Pflegedienst/Homecare Stendal und Osterburg

 Nähere Informationen zu den Netzwerkpartner finden Sie in dieser BROSCHÜRE.

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