1945

Der Zweite Weltkrieg endete für Seehausen im April 1945 durch amerikanische Truppen. Das Arbeitsdienstlazarett wurde aufgelöst und wieder in ein städtisches Krankenhaus umgewandelt. Dr. Steinert sollte die Leitung wieder übernehmen. Auf die Bitte des amerikanischen Stadtkommandanten hin sollte er nach Wittenberge fahren, um den geplanten Beschuss des Verkehrsknotenpunktes Seehausen durch die deutsche Artillerie zu verhindern. Seehausen war zu dieser Zeit mit Flüchtlingen überfüllt.

Dr. Steinert, der sich der bestehenden Gefahr bewusst war, hinterließ vor der Abfahrt sein Testament und bestieg mit seiner schwangeren Frau und einem amerikanischen Offizier einen Pkw. Vor der Panzersperre in Wahrenberg stieg der Wahrenberger Bürgermeister Fredrich zu ihnen, um seinen Bruder, den Fährpächter, zur Überfahrt über die Elbe zu bewegen. Am Ortseingang Wahrenberg wurden sie von einer SS-Streife festgenommen und nach Wittenberge gebracht. Die schwangere Frau Steinert blieb unbehelligt.

Am 13. April 1945 wurden Dr. Steinert und Bürgermeister Fredrich durch ein Standgericht zum Tod durch Erschießen verurteilt. Im Morgengrauen des 14. April 1945 wurde das Urteil vollstreckt. Seehausen jedoch wurde nicht beschossen.

Eine Gedenktafel (PDF) im Eingangsbereich unseres Krankenhauses erinnert an Dr. Albert Steinert.