1886 - 1892

Die Stadtväter der Stadt Seehausen fassten 1886 den Beschluss, das alte städtische Krankenhaus, welches wahrscheinlich in der Umgebung des Beustertores zu finden war, zu ersetzen, und zwar durch zwei Neubauten: einem in Seehausen und einem in Osterburg. Am 1. August 1886 erfolgte der ersten Spatenstich in Seehausen. Für die Errichtung des neuen Krankenhauses mit 26 Betten war eine Bausumme von 40 000 Mark veranschlagt worden. Das Gebäude – in dem sich noch heute unser Krankenhaus befindet – wurde am 6. November 1892 feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Die ersten beiden Diakonissinnen, die im neuen Krankenhaus ihren Dienst antraten, kamen aus dem Stift Bethlehem bei Ludwigslust. Später waren Zehlendorfer Diakonieschwestern hier tätig.

1919 - 1924

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges hatte sich die medizinische Wissenschaft in zunehmendem Maße die Technik für Diagnostik und Therapie zunutze gemacht. Die Krankenhäuser, die in den 90er Jahren des vorangegangenen Jahrhunderts gebaut wurden, waren veraltet und zu klein geworden. Dr. Albert Steinert, der das Krankenhaus seit dem 19. August 1933 leitete, setzte sich schon im Jahr 1919 für den Neubau des Krankenhauses mit einer Kapazität von 50 Betten ein. Die Pläne scheiterten zunächst an der Inflation, wurden dann aber teilweise mit einem Erweiterungsbau und einer Bettenkapazitätserhöhung verwirklicht, so dass am 25. März 1924 dieser neue Trakt eingeweiht werden konnte.

1937

Die Stadtverwaltung Seehausen entschloss sich, das Angebot des Reichsarbeitsdienstes anzunehmen, und verpachtete das Krankenhaus an den Gau für eine jährliche Pacht von 6.000 Mark. Während das Krankenhaus in Seehausen bis 1937 auf der Grundlage des Belegarztsystems weitergeführt wurde – wobei jeder praktizierende Arzt im Krankenhaus seine Patienten selbst behandeln konnte – wurde in Osterburg am 1. Januar 1931 ein hauptamtlicher Krankenhausarzt eingestellt.